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Bekanntschaften in Kalifornien 2

Ingrid,

die vor ewigen Zeiten nach Amerika ausgewanderte Berlinerin hat uns in der Stadtbücherei von Ferndale beim Mailschreiben angesprochen. Was wir denn hier machen würden und wo wir denn unterkommen, waren ihre ersten Fragen. Da wir bereits eine Unterkunft hatten, bot sie uns an, am nächsten Morgen bei Ihr zu frühstücken. Sie besitzt den "blue room", ein kleines Restaurant in Ferndale. Dort hat sie uns dann "Hoppel Poppel" serviert, ein deftiges Bauernfrühstück ganz nach gutbürgerlichem Rezept. Um sich zu revanchieren wollte Markus für sie am nächsten Morgen deutsche Pfannkuchen backen. Da erhielt er die Ehre, Ihre Restaurant-Küche benutzen zu dürfen. Es wurde ein gemütlicher Sonntagmorgen mit vielen Berliner Geschichten. (mi)

 

Karen und Doyle

Eigentlich wollten wir nur unsere E-Mails abfragen, um zu erfahren, ob wir auf dem SolFest in Hopland als Helfer arbeiten durften. So fragten wir Karen, die vor dem Haus stand, nach der nächsten Bücherei oder Cafe mit Internetzugang. Sie hat uns gleich ihren Rechner angeboten. Normalerweise wohnt sie mit Doyle in Mexico an der Pazifikküste, aber da seine Mutter hier gestorben ist sind beide gekommen, um das geerbte Haus aufzulösen. Wir haben an dem Nachmittag noch viele Tips für Mexico erhalten und sind dann noch zum Übernachten eingeladen worden. Die beiden sind so nett, da haben wir gerne zugesagt, obwohl wir an diesem Tag erst 15km gefahren waren. (ma)

 

Birgit und Christian

haben wir vor einer Baustelle kennen gelernt. Wir durften den Bereich, in dem die Straße abgerutscht war und neu gebaut wurde, nicht allein durchradeln. Der Verkehr wurde einspurig über einige Kilometer an den Baufahrzeugen vorbei geführt und wir wären ein echtes Hindernis gewesen. So kamen wir alle in den Genuß, von einem Pickup-Truck den steilen Berg hinauf gefahren zu werden. Für den Unternehmer und die Lehrerin aus Kassel war der Urlaub hier schon fast vorbei. Sie sind in drei Wochen die gleiche Strecke gefahren, für die wir drei Monate gebraucht haben. (ma)

 

Lucia

Mendocino kannte Markus zwar schon aus dem alten Schlager von Michael Holm, den ihm seine Eltern als kleines Kind häufig vorgesungen hatten. Aber als wir dann das Ortsschild sahen, war er echt überrascht, daß es diesen Ort wirklich gibt. In der Künstlerstadt angekommen, stellte sich wieder mal die Frage, wo wir denn schlafen könnten. Lucia (unteres Bild, Mitte) sah uns aus ihrem Auto heraus suchend an einer Straßenkreuzung stehen, wendete spontan und fragte, ob sie helfen könne. Sie zeigte uns dann einen wunderbaren Platz in einer Erdmulde direkt über der Steilküste. Nach einem Duschbad bei ihr haben wir die Nacht in unseren Schlafsäcken unter sternenklarem Himmel im Freien verbracht.
Die Tochter eines italienischen Malers, der in Mendocino eine Künstlerschule gegründet hat, zeigte uns in ihrer Galerie noch viele Werke ihres Vaters und anderer Künstler. Wir haben auch ihre Mutter besucht (rechts), wo wir das haarigste Kaninchen aller Zeiten bewunderten (weitere Infos siehe unter "Erlebtes - Das andere Amerika"). Lucia hat uns die besten Spagetti und den besten Capucchino von ganz Amerika bereitet. (beide Fotos: mi)

 


Anna und Markus

Einem Tip zufolge wollten wir in Healdsburg in einem kleinen Park am Fluß übernachten. Unglücklicherweise haben wir diesen Park erst mit Einbruch der Dunkelheit erreicht. Und nachdem wir unsere Isomatten und Schlafsäcke ausgebreitet hatten, ist schließlich die Polizei gekommen und hat uns sehr freundlich aber unnachgiebig den Aufenthalt über Nacht verboten. Wir haben zwar noch im Hof einer Kirche eine Unterkunft gefunden ("Wenn euch jemand fragt, sagt, eure Namen seien Maria und Joseph"), aber so richtig ausgeruht waren wir am nächsten Morgen nicht. Beim Frühstück im Starbucks-Café hat uns am nächsten Morgen der Manager auf Deutsch gefragt, ob wir aus Aschaffenburg seien. Markus hatte gerade das ADFC-T-Shirt an. Er habe einen Onkel dort und seine Eltern seien erst kurz nach dem Krieg ausgewandert. Nach einer kleinen Unterhaltung hat er uns zum Abendessen bei sich eingeladen. Wir haben lange mit den Kindern Gunnar and Ellie gespielt und von Anna ein fantastisches Steak-Dinner bekommen. Im gemütlichen Gästebett haben wir die fehlende Nachtruhe schließlich nachholen können. (mi)

John Francis, der "Planetwalker"

In Point Reyes Station sind wir einer sehr außergewöhnlichen Persönlichkeit begegnet. Zufällig haben wir einen Zeitungsartikel in die Finger bekommen der von einem Mann berichtete, der zu Fuß die Welt bereist hatte. Über die Zeitung hat es Markus geschafft, ihn zu erreichen und ein Treffen mit uns zu arrangieren.
Vor über 20 Jahren begann John Francis, mit ungewöhnlich langen Wanderungen für sozialen Wandel zu demonstrieren. Nach einem Tankerunglück in der San Francisco Bay und dem tödlichem Autounfall eines Freundes hatte er sich vorgenommen, sich nie wieder motorisiert fortzubewegen. Da es ihm schnell leid wurde, jedem sein Verhalten zu erklären, beschloß er spontan, einen Tag lang zu schweigen. Aus dem einen Tag wurden Wochen, Monate und letztendlich 17 Jahre!!! In dieser Zeit hat er studiert, seinen Doktortitel gemacht und hat als Dozent an einer Hochschule gearbeitet - alles schweigend! Inzwischen spricht er wieder und erhält als anerkannter Spezialist für Tankerunfälle Einladungen in alle Welt, um Vorträge zu halten. Nach Europa ist er bisher noch nicht gekommen, weil er das nur unmotorisiert, also mit einem Segelboot machen will.
Im Gespräch mit ihm hat uns zutiefst beeindruckt, was er in der Zeit seines Schweigens alles über die Menschen gelernt hat, die mit ihm gesprochen haben. Insbesondere habe er sich dabei selber entdeckt. Er sagte, wenn man zu sehr damit beschäftigt sei, sich vor anderen gut darzustellen und zu rechtfertigen, baue man schnell ein Image auf, das gar nicht mit einem selbst übereinstimmt. Und Zuhören würde man auch nicht, da man ständig in Gedanken den nächsten Wortbeitrag vorbereitet. Durch das Schweigen und vor allem das intensive Zuhören habe er ganz besondere Erfahrungen gemacht. (mi)

Viele Informationen über die Aktivitäten des Planetwalkers findet ihr unter www.planetwalk.org.

Todd und Chris

haben wir beim Zelten in den Redwoods kennengelernt. Dort hatten wir uns einen Platz mitten im Wald geteilt, auf dem man gut 50 Zelte hätte unterbringen können. Sie luden uns zu sich nach San Francisco ein, wo wir dann einige Wochen später ein Wochenende mit ihnen verbrachten. Von ihrem Gästezimmer aus hatten wir einen atemberaubenden Blick über den Osten der Stadt und die Bay. Sie haben uns noch tolle Tips gegeben, zu interessanten Stadtteilen geleitet und bei einem Abendessen mit Freunden hat uns Todd (links) schließlich mit einem wahren Gourmet-Schmaus verwöhnt. (ma)

 

Bill

ist ein sehr engagierter Hausmeister auf der Audubon Canyon Ranch, einem Naturschutzzentrum nördlich von San Francisco. Hier wird Schulkindern spielerisch die Natur Nordkaliforniens nahegebracht. Als wir eintrafen waren aufgrund eines Umbaus noch alle möglichen Möbel zwischen den Obstbäumen auf der Wiese verteilt. So kam ich auf die Idee, unsere Betten ebenfalls raus zu stellen und draußen unter einem Obstbaum zu schlafen. Das war auch wunderschön - bis auf eine Nacht, in der Markus die Auseinandersetzung mit den Waschbären hatte (siehe unter "Nicht so Schönes"). Wir genossen die Ruhe des kleinen Tals und Bills Gesellschaft so sehr, daß wir beschlossen, zwei Wochen zu bleiben. Hier fanden wir endlich wieder die Ruhe, um unsere Homepage gründlich zu überarbeiten. Mit Bill haben wir gekocht, renoviert, kreative Holzschilder angefertigt, gefeiert und lange, tolle Gespräche gehabt. Am meisten haben uns die Abenteuer aus seiner Rangerzeit imponiert und die spannende Geschichte des "geheimen Dorfes", in das er uns mitgenommen hat (siehe auch bei "Erlebtes/Das andere Amerika"). (mi)

Link zur Website der Ranch: www.egret.org

Torsten

haben wir zum ersten mal in Hopland auf dem SolFest getroffen. Dort drehte er eine Video-Dokumentation. Er ist vor langer Zeit aus Deutschland ausgewandert und arbeitet hier als selbständiger Videokünstler. Und wie der Zufall es wollte trafen wir ihn in einem Cafe in San Francisco auf der Haight Street wieder. Wir haben bei ihm auf dem höchsten Berg von San Francisco übernachtet und er hat uns einen Einblick in die entspannte Lebensweise San Franciscos gegeben.
Auf seiner sehr sehenswerten Homepage zeigt er viel von seiner künstlerischen Arbeit: www.omananda.com (ma)

 

Mary und Joe

sind Freunde von Leuten, die wir bereits 4 Wochen vorher auf einer Garten Party in Ferndale kennen gelernt haben. Mit ihnen haben wir einige Attraktionen von San Francisco besucht. Z.B. Fishermans Wharf bei Nacht, das Baseball-Stadion der Giants und die ehemalige Schokoladenfabrik von Ghirardelli, die nun mit vielen Läden und Gaststätten jederzeit zum Bummeln einlädt. Und das wunderbare Essen im mexikanischen Restaurant in ihrer Nachbarschaft wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Ihr Beagel Penny hat Markus tief in sein Herz geschlossen. (mi)

 

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